Kreisverband besucht Bundeswehr
Die CDU im Landkreis Cloppenburg hat mit einer 30-köpfigen Besuchergruppe die Henning-von-Tresckow-Kaserne in Oldenburg besucht und dabei intensive Einblicke in die aktuelle Arbeit der Bundeswehr sowie die Herausforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung erhalten.
Ein Schwerpunkt des Besuches bildete das Verpflegungsamt der Bundeswehr, das es nur am Standort in Oldenburg gibt. Dessen Leiter Manuel Keller stellte die Aufgaben und Struktur der Einrichtung vor. Das Verpflegungsamt ist zentral für die Versorgung der Bundeswehr verantwortlich und organisiert die Verpflegung der Soldatinnen und Soldaten im In- und Ausland. Unter dem Leitbild „Mahlzeit. Jederzeit. Weltweit.“ werden von Oldenburg aus sämtliche Truppenküchen der Bundeswehr betreut sowie Verpflegungslösungen für Übungen und Einsätze koordiniert.
Besonders beeindruckt zeigte sich die Besuchergruppe von den Zahlen und Abläufen vor Ort: Jährlich werden über 20 Millionen Mahlzeiten organisiert und weltweit bereitgestellt. Die Teilnehmer erfuhren, dass derzeit 117 unterschiedliche Produkte verfügbar sind und gleichzeitig verstärkt neue Automatisierungstechniken eingeführt werden. Dennoch erfolgt ein erheblicher Teil der Verpackung weiterhin in Handarbeit.
Auch die hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards wurden vorgestellt. Die Einpersonenpackungen der Bundeswehr (EPa) würden umfassend geprüft und seien selbst bei extremen Temperaturen einsatzfähig. Der Inhalt einer EPa hat circa 3.600 Kilokalorien, was dem Tagesbedarf einer Soldatin oder eines Soldaten im Einsatz entspricht.
Ergänzend referierte Falk Ohlenbusch über die Aufgaben des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Oldenburg, das als zentrale Service- und Verwaltungsstelle u.a. für Personalangelegenheiten, Infrastruktur, Beschaffung, Liegenschaftsmanagement sowie die Versorgung und Betreuung verschiedener Bundeswehrstandorte in der ganzen Region verantwortlich ist.
Im Anschluss an die Gespräche hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, verschiedene Produkte der Bundeswehrverpflegung selbst zu verkosten.
Den Abschluss des Besuches bildete ein ausführliches Informationsgespräch mit Brigadegeneral Joachim Hoppe, der seit April 2023 stellvertretender Kommandeur der 1. Panzerdivision sowie Standortältester ist. Er berichtete über die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa, die aktuellen Herausforderungen für die Bundeswehr sowie die zunehmende Bedeutung der Landes- und Bündnisverteidigung. Die Besucher erfuhren zudem mehr über die traditionsreiche 1. Panzerdivision, die als älteste Panzerdivision Deutschlands bereits 1956 aufgestellt wurde.
Im Gespräch wurde deutlich, dass sich Deutschland und Europa insbesondere angesichts der Bedrohungslage durch Russland auf eine neue sicherheitspolitische Realität einstellen müssen. Die Bundeswehr stehe vor einer enormen personellen und infrastrukturellen Herausforderung. Neben dem geplanten neuen Wehrdienst und dem Ziel eines deutlichen Personalaufwuchses seien insbesondere zusätzliche Unterkünfte und moderne Infrastruktur notwendig. Zudem habe das Bundesverteidigungsministerium erst kürzlich bekannt gegeben, dass Oldenburg künftig eines von bundesweit insgesamt 24 Musterungszentren der Bundeswehr erhalten werde.
Der CDU-Kreisvorsitzende Christoph Eilers dankte allen Beteiligten für die hervorragende Organisation und Durchführung des Besuches, die offenen Gespräche und die interessanten Einblicke. Ein besonderer Dank galt dabei dem ehemaligen Parlamentarischen Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey, der bei der Vermittlung des Informationsbesuches unterstützt hatte.
„Die Bundeswehr verdient unsere volle Unterstützung. Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich grundlegend verändert. Deutschland und Europa müssen verteidigungsfähig werden und dürften sich nicht mehr nur alleine auf andere verlassen. Dazu braucht es eine starke Bundeswehr, stärkere Kooperation, ausreichend Personal und moderne Ausstattung. Gleichzeitig muss die Bundeswehr auch künftig dem Leitbild des „Bürgers in Uniform“ folgen und fest in der Mitte unserer Gesellschaft verankert sein. Dafür braucht es vor allem Rückendeckung, Vertrauen und Anerkennung aus der Gesellschaft“, betonte Eilers. Zugleich sei deutlich geworden, welche wichtige Rolle der Standort Oldenburg innerhalb der Bundeswehr einnehme.
Foto: CDU